Profitipps
Profitipp 11.03.10
Hydrokultur Teil 2
Vorteile der Hydrokultur
Der wesentliche Vorteil der Hydrokultur liegt darin, dass den Pflanzen ein größerer Wasservorrat zur Verfügung steht. So können sie sich über einen längeren Zeitraum selbst versorgen, ohne gegossen zu werden. Die benötigten Nährstoffe und Spurenelemente sind im Wasser gelöst und immer im richtigen Verhältnis vorhanden. Falsches Gießen, Vertrocknen oder Verhungern ist bei richtiger Pflege der Pflanzen nicht möglich. Die „Bedienung“ erleichtert ein Wasserstandsanzeiger.
Insgesamt ist der Pflegeaufwand geringer als bei der Erdkultur. Sofern die Wachstumsfaktoren Licht, Luft und Wärme stimmen, können Sie Hydropflanzen während der Urlaubszeit sich selbst überlassen. Das jährliche umtopfen entfällt. Theoretisch braucht der Blähton nur alle zehn Jahre ausgewechselt werden, praktisch ist es jedoch öfter notwendig, wenn einzelne Pflanzen zu groß oder zu alt werden.
Das Haltesubstrat
Der Blähton, in dem die Pflanzen stehen, hat hauptsächlich eine Haltefunktion, unterstützt jedoch auch den Transport von Wasser und Nährstoffen zu den Wurzeln. Das bedeutet, dass feuchtigkeitsliebende Pflanzen ihre Wurzeln tiefer wachsen lassen, Pflanzen, die es eher trockener mögen, ihre Wurzeln in den oberen Regionen belassen.
Blähton bietet die idealen Voraussetzungen für die erdlose Pflanzenkultur. Er wird aus reinem Ton bei 1000°C hergestellt. In kleine Tonkügelchen wird Pressluft eingeblasen. Sie erhöht die Durchlässigkeit des Materials. Blähton ist leicht, weitgehend chemisch neutral und schafft ein optimales Wasser-Luft-Verhältnis. Es gibt verschiedene Körnungen. Für die Pflanzenanzucht bevorzugt man 3–4 mm, für die Hydrokulturpflanzung 10–20 mm. Vor der Verwendung sollte der Blähton auf jeden Fall ordentlich gewaschen werden.
Die Düngung
Die Nährlösung für die Hydrokultur ist ein Zusammenspiel von Wasser und Dünger. Achten sie dabei auf die Qualität des verwendeten Wassers. Wenn der Kalkgehalt des Wassers nicht zu hoch ist, können sie es ohne Probleme verwenden. Sonst sollten sie es mit einem der verschiedenen Wasserenthärtungsmittel enthärten. Die Wasserenthärtung und Zubereitung einer Nährlösung fällt aus, wenn sie den Ionenaustauscher Lewatit HD5 verwenden. Dabei handelt es sich um ein nicht wasserlösliches Kunstharz, das für die Pflanzen unverträgliche Stoffe im Leitungswasser absorbiert und erforderliche Nährstoffe direkt an die Wurzeln der Pflanzen abgibt. Mit einer Lewatit-HD5-Gabe laut Packungsbeschreibung sind die Pflanzen ca. 6 Monate mit Nährstoffen versorgt. Die fehlenden Wassermengen (gemäß Wasserstandsanzeiger) müssen Sie während dieser Zeit immer mit normalen Leitungswasser auffüllen, sonst kann der Ionenaustauscher nicht richtig arbeiten und der gewünschte Erfolg bleibt aus.
Geeignete Gefäße
Hydrokulturgefäße werden im Fachhandel in den verschiedensten Größen, Farben, Materialien und Formen angeboten. Geeignet sind Gefäße aus Keramik, Kunststoff und Glas. Wichtig ist, dass sie absolut wasserdicht sind. Die meisten Hydro-Kleingefäße bestehen aus einem Übertopf und einem Einsatz in Form eines Kunststofftopfes, dem Kulturtopf. Wasserstandsanzeiger gibt es in verschiedenen Längen. Er muss so hoch wie der Kulturtopf sein und ist am Kunststoffeinsatz befestigt.
Hydrokulturtöpfe bepflanzen
- Hydropflanzen, alle in gleich hohen Kulturgefäßen, in der ausgesuchten Hydrowanne anordnen,
- danach den Wasserstandsanzeiger einstellen (dieser muss so hoch wie die Hydrowanne sein). Nachdem Sie alle Pflanzen untergebracht haben,
- die Lücken mit Blähton auffüllen,
- Lewatit HD5 laut Packungsbeschreibung zu den Pflanzen geben und
- zum Schluss normales Leitungswasser solange einfüllen, bis am Wasserstandsanzeiger die Marke Optimal erreicht ist.
Erdpflanzen auf Hydrokultur umstellen
Der günstigste Zeitpunkt für die Umstellung ist der Frühling und der Sommer. Als Erstes müssen die Wurzeln sorgfältig von der Erde befreit werden. Schütteln Sie den Wurzelballen ordentlich aus und waschen sie ihn dann mit lauwarmen Wasser aus. Die Erde muss vollständig entfernt werden. Zu lange Wurzeln einkürzen, verfaulte (braune) einfach wegschneiden.
Anschließend sollten Sie die sauberen Pflanzen auf gewaschenen Blähton stellen und den Kulturtopf mit Blähton auffüllen. Den Kulturtopf anschließend in den vorgesehenen Hydroübertopf stellen und handwarmes Wasser bis zur Optimal-Marke des Wasserstandsanzeigers einfüllen. Nach dieser Umstellung müssen Sie dafür sorgen, dass die Pflanze hell, jedoch nicht in der prallen Sonne steht, Zugluft vermeiden. Fast alle Grünpflanzen lassen sich von Erd- auf Hydrokultur umstellen, vorausgesetzt sie sind gesund, wüchsig und noch nicht zu alt.
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Autor: Bettina Rubrik: Zimmerpflanzen Stichworte: Hydrokultur Einen Kommentar schreiben Kommentare anzeigen (0) |
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