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Essays


Essay 11.03.11

Capri

Mondän, ein wenig exzentrisch und reich mit atemberaubenden Naturschönheiten beschenkt ist die Felseninsel im Golf von Neapel – das Paradies für alle Freunde des italienischen Lebensstils.

"Wenn bei Capri die rote Sonne ..."

 

Wer kennt nicht das berühmte Capri-Fischer-Lied aus dem Jahre 1947, in dem der rote Sonnenuntergang dieser mondänen Felseninsel gepriesen wird?


Es endet in dem Refrain „Bella, bella, bella Marie, bleib mir treu, ich komm zurück morgen früh. Bella, bella, bella Marie, vergiss mich nie!” Zeilen wie eine Liebeserklärung an Capri. Doch auch Worte, die in poetischer Weise die Italiensehnsucht besingen.
Jahrzehntelang war diese Insel von Romantikern umschwärmt, die schon beim ersten Anblick der steil aufragenden Felsformationen, der Grotten und Höhlen und des türkisblau schimmernden Meeres in andächtige Träumereien versanken.

 

Auf der Insel der Romantiker

 

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts war Capri das Reiseziel der Österreicher, Deutschen, Briten, Skandinavier und später auch Amerikaner – bis es wegen des zu starken Urlauberandrangs gemieden wurde. Heute jedoch ist die Insel wieder zu neuem Leben erwacht. Zahlreiche Tagesbesucher schlendern über die Piazzetta, den bildhübschen Ortsmittelpunkt, den man in wenigen Minuten vom Fährhafen aus mit der Funicolare, der Standseilbahn, erreichen kann. Der Weg ist gesäumt von Glyzinien, Ginster und Zitronenbäumen.

 

Das ursprüngliche Capri

 

Oben angelangt, sieht man die schönsten Gebäude, die sich schmalbrüstig um die fast quadratische Piazzetta drängen. Wer sich hier zu früher Morgenstunde einfindet, kann noch das ursprüngliche Capri entdecken: dann nämlich, wenn sich vor dem großen Besucheransturm die Einwohner auf ein Schwätzchen treffen.

 

Abends hingegen verspürt man noch etwas von jener vornehmen, fast legendären Stimmung, für die dieser Platz so berühmt wurde. Besitzer der angrenzenden feinen Geschäfte finden sich dann zum Aperitif ein oder auch so mancher prominente Inselbewohner, der es sich bei einem „Spritz“ – einem Gläschen Weißwein mit Prosecco und einem Schuss Campari – oder einem Campari Bianco auf einem der zahlreichen Korbstühle gemütlich macht, oft in mondänes Weiß gekleidet, das tagsüber in einer der Edelboutiquen in der Via Vittorio Emanuele bzw. in der Via Camerelle entdeckt wurde.
Doch neben dem luxuriösen Treiben der Schönen und Reichen aus der internationalen Mode-, Film- und Finanzwelt hat Capri noch mehr zu bieten.

 

Capri zu Fuß

 

Wer sich die Insel zu Fuß erschließt, wird mit einem unvergesslichen Naturerlebnis belohnt. Dann beispielsweise, wenn man Richtung Südwesten zum Aussichtspunkt Bevedere della Migliera gelangt, wo man nichts sieht außer den Tamarisken und Myrtenbüschen, den schroffen Felsen und dem Meer. Oder aber den Sessellift auf den Monte Solaro benutzt, dem mit 589 m höchsten Punkt Capris, vorbei an Bauernhäusern und Steineichen, bis sich schließlich ein großartiges Panorama öffnet, bei dem der Blick auf Meer schweifen kann.

 

Eine Inselrundfahrt ab Marina Grande hingegen ist die beste Möglichkeit, um die grotten und klippenreiche Felsküste zu erkunden.

 

Und wer etwas von jener Exzentrik entdecken will, durch die sich viele Inselbewohner auszeichnen, sollt die Villa San Michele in Anacapri aufsuchen, die Traumvilla des Schriftstellers Axel Munthe. Schneeweiß, lichtdurchflutet und im sarazenisch-romanischen Stil gebaut, ist sie ein imposantes Dokument dafür, dass Capri das Ziel vieler Träume war und ist.

 

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Autor: Bettina
Rubrik: Allgemeines
Stichworte: Reise
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