Nie wieder gießen! Der Steppengarten

Nie wieder gießen! Der Steppengarten

Ob Steppengarten, Strandgarten oder Wüstengarten – eines haben sie gemeinsam: extrem trockenheitsliebende Pflanzen bewachsen sandige, trockene Flächen, die der Sonne ausgesetzt sind – und gegossen muss/darf nur in extremsten Trockensituationen werden.

Himmelhochjauchzend – Die Steppenkerze
Die Steppenkerze bringt Blüten empor, die mindestens zwei Meter in die Höhe ragen. Der Blattschopf bleibt dabei klein und unscheinbar, so sind die Blüten noch bemerkenswerter. Für die optimale Blüte und für einen standhaften Wuchs benötigt die Pflanze einen sandigen und sehr durchlässigen Boden, ansonsten würde die Knolle verfaulen. Um die hohen Kerzen gut zur Geltung zu bringen, sollten im Umkreis nur kleinbleibende Stauden wachsen.

Robust und trockenheitsliebend – Sedum
Mauerpfeffer oder Fettblatt, Sedum wächst in vielen Formen und Farben. Von bodendeckenden Schönheiten bis zu kniehohen Mauerblümchen, Sedum ist anpassungsfähig. Die Blüte, die in den Sommermonaten erscheint hat Zierwert, die Blätter sind jedoch während des ganzen Jahres Schmuck genug – so kann Sedum auch flächendeckend eingesetzt werden.

Mit geschlossenen Augen
Mit geschlossenen Augen atme ich tief die heiße Sommerluft ein, vernehme eine Mischung aus Rosenduft und den herben Geruch nach Kräutern. Das ist es! In jeden Trockengarten müssen Kräuter. Rosmarin, Salbei und Thymian stehen ganz oben auf der Liste. Sie fühlen sich dort so richtig wohl, bei der Grillparty würze ich mit ihnen das Grillgut, aber auch den Gartensalat. Genau bei der Party ruft Peter: „Wie Bärentatzen!“ „Aber nein, Katzenpfötchen!“ erwidere ich, die Blüten der Antennaria dioica sehen nämlich den namensgebenden Katzenpfoten zum Verwechseln ähnlich. Sie pflanze ich schon lange an die trockenen Stellen im Garten, die dichten, rasenartigen Blätter bringen meist rote Blüten hervor, eine der dankbarsten Pflanzen in meinem Garten.

Miau! Katze komm zu mir!
Auch die folgende Pflanze hat etwas mit Katzen zu tun: Sie lockt Katzen an und macht sie nahezu betrunken: Die Katzenminze (Nepeta x faassenii). Meine Katze schlich vor einigen Tagen auf ihren Samtpfoten in den Steppengarten, wälzte sich über meiner Katzenminze und fraß einige Triebe ab. Nur einige Minuten später wandelte sie durch den Garten wie ein betrunkener Stammtischgast. Nach einiger Recherchetätigkeit brachte ich die Ursache in Erfahrung: Die Katzenminze hat eine baldrianähnliche Substanz in ihren Pflanzenteilen, diese lockt Katzen an und macht sie für einige Zeit „angetrunken“:

Welche Pflanzen noch?
Ebenfalls trockenheitsliebend sind Ilex und Mahonien, die im Pannonikum wild wachsende Küchenschelle, Gazanien und natürlich Gräser – Federgras und verschiedene Schwingel nur als Beispiel. Bereits recht häufig in heimischen Gärten und Kübeln angesiedelt ist die Yucca, auch sie liebt die Trockenheit.

Genießen Sie den Sommer, entspannen Sie im Liegestuhl oder der Hängematte und freuen Sie sich über trockenheitsliebende Pflanzen – in diesem Sinne: Pflegeaufwand „Auf nimmer Wiedersehen!“

Wissenswertes