Rückschnitt: Ziergehölze - zur rechten Zeit geschnitten

Rückschnitt: Ziergehölze - zur rechten Zeit geschnitten

Gärtnern macht Spaß. Gießen, düngen und schneiden – all diese Arbeiten bereiten mehr Freude als Mühe. Werden doch die Gartenliebhaber mit üppiger Blütenfülle und strotzender Lebenskraft überrascht, die den grünen Daumen sofort wieder kribbeln lassen, kaum dass er einmal ruhig geworden ist. 

 

Auch der Rückschnitt gehört zu den Pflegarbeiten im Garten.

 

Stauden im Steppenbeet oder auf sonnigen, offenen Böden sollten erst im Frühling zurück geschnitten werden. Dies trifft vor allem auf die dekorativen Fruchtstände der Zierlauch – Arten (Allium), auf die Gräser und Königskerzen zu. 

Mit ihren schönen Fruchtständen sind sie zugleich ja auch Gerüstbildner auf diesen Beeten, was durchaus auch im Winter zur Geltung kommen sollte. Schneiden Sie auch die Mädchenaugen (Coreopsis verticillata) erst im Frühling zurück. Stauden auf nährstoffreichen, eher frischen bis feuchten Lehmböden können bereits im Spätherbst abgeschnitten werden.

Im April die Sonnenröschen um 1/3 zurückschneiden, damit die Pflanzen kräftig neu durch treiben. 

Lavendel (Lavandula angustifolia) im Frühling regelmäßig zurück schneiden.

Schleifenblume (Iberis): die alten auseinander fallenden Polster bis auf 10 cm zurück schneiden, organisch düngen. Ebenso alle Eberrauten (Artemisia) und Bergastern.

Die Triebspitzen der Kräuter wie Salbei und Thymian vorsichtig einkürzen. Das führt zur Verzweigung der verholzten Triebe. 

An milden Wintertagen sollte man abgestorbene Strauchteile oder Äste sowie solche, die vom Winder oder Schnee beschädigt wurden, bodennah oder direkt über der Ansatzstelle entfernen. 

Verjüngt werden sollten Sträucher, die unten kahl und überlang gewachsen sind. Das betrifft häufig FliederWeigelien und Pfeifensträucher. Vor allem der Sommerflieder (Schmetterlingsstrauch) darf kräftig – bis auf etwa 40 cm zurück geschnitten werden.

Alle Formgehölze ab Mai in Form schneiden. 

 

Der Rückschnitt der Sträucher, der Äste und Zweige richtet sich nach dem Blühverhalten.

Frühlingsblüher wie ForsythienSchneeball und Flieder bilden ihre Blüten am Ende oder entlang der vorjährigen Triebe aus. Deshalb schneiden Sie diese erst nach der Blüte im nächsten Jahr zurück. Für ihr natürliches Wuchs- und Blühverhalten brauchen sie keinen Rückschnitt, würden Sie im Herbst schneiden, so würden Sie die Knospen des Folgejahres abschneiden!

 

Sommerblühende Sträucher entwickeln ihre Blüten am Ende der Triebe, wie SchmetterlingsstrauchTrompetenstrauchRispenhortensien und Roseneibisch, oder entlang der diesjährigen Neutriebe, wie die Bartblume oder der Sommerflieder.

Diese Sommerblüher werden im Frühling kräftig zurück geschnitten. Je stärker der Rückschnitt, desto kräftiger der Neuaustrieb.

 

Ausnahmen: Flieder und Schneeball. Bei beiden entstehen die stärksten Blütensprosse direkt unterhalb der Blütenstände. Bei einem Rückschnitt würde man mehr als nur die verblühten Rispen entfernen, somit brächte man sich um die Blüten des nächsten Jahres. Deshalb die genannten Sträucher nur alle paar Jahre etappenweise verjüngen.

 

Der beste Zeitpunkt für einen Heckenschnitt ist der Frühling oder Frühsommer. Die Häufigkeit richtet sich nach der Endhöhe der Pflanze im ungeschnittenen Zustand. 

 

Der Rückschnitt einer Pflanze sollte bei abnehmenden Mond erfolgen. Bäume und Pflanzen nehmen bei abnehmenden Mond geschnitten keinen Schaden, da der Pflanzensaft nicht austritt. Sie können nach dem Rückschnitt nicht „verbluten“, da sich die Säfte im absinken befinden.

Wissenswertes