Lust auf Tomaten

Lust auf Tomaten

Als nach der Entdeckung Amerikas die ersten als giftig erachteten Tomaten zu uns nach Europa gelangten, konnte niemand die enorme Vielfalt an Formen und Sorten erahnen, die sich daraus entwickeln würden. Die Tomaten zählen zu den Nachtschattengewächsen (Solanaceae), sie sind frostempfindlich und brauchen viel Sonne und Wärme. 

 

Schmackhaft und gesund

 

Bei den gewünschten Bedingungen sind die Früchte süß-aromatisch, würzig oder fruchtig. Auch eine einzelne Pflanze bringt Früchte, da sich die gelben Blüten bei Sonne und Wind selbst bestäuben. Reife Tomaten sind bekömmlich, schmackhaft und sehr gesund. Sie enthalten viele Mineralien, die Vitamine B und C, ätherische Öle und Fruchtsäuren. Der Farbstoff Lycopin senkt das Herzinfarktrisiko und beugt verschiedenen Krebsarten vor, z. B. dem Brustkrebs. 


Der beste Standort

 

Ab Mitte Mai können sie ins Freie gestellt oder gepflanzt werden. Sonnig, windgeschützt und warm, in Töpfen regengeschützt auf Balkon und Terrasse. Setzen Sie die Tomatenpflänzchen tiefer, als sie vorher im Topf standen, denn nur so bilden sich am Stamm weitere Wurzeln, die zusätzlich Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen. Der optimale Pflanzabstand im Garten beträgt 50 x 60 cm. 


Wasser, Wasser, Wasser

 

Die Tomaten sind immer durstig und brauchen daher viel Wasser und laufend Nährstoffe, entweder organisch – vor der Pflanzung –  oder alle 2–3 Wochen bis August als Flüssigdünger. Beim Gießen achten Sie darauf, dass Sie die Blätter nicht benetzen, um Krankheiten keine Chance zu geben. 

 

Sie können bereits bei der Pflanzung einen Tontopf dicht am Stamm in den Boden versenken, durch dessen Loch gelangt das Wasser schonend zu den Wurzeln. Alle hochwachsenden Sorten brauchen schon bald Halt, optimal für diesen Zweck sind Spiralstäbe. 


Sommerpflege

 

Mulchen Sie den Boden, damit das Wasser den Tomaten zugute kommt. Ab Ende Juni entfernen Sie die untersten Blätter, damit der Erreger der Braunfäulekrankheit nicht vom Boden überspringen kann. Um dieser Krankheit vorzubeugen, ist es optimal, ein Foliendach über die Pflanzen zu bauen. Setzen Sie keine empfindlichen Sorten – veredelte Tomaten sind robust.


Endlich die Belohnung: Ernte

 

Je nach Sorte werden Tomaten ab Ende Juli bis zum Frost laufend geerntet. Ist Frost angesagt, lohnt es sich, gesunde grüne Früchte zu ernten. Legen sie diese nebeneinander in eine flache Kiste, sie reifen bei 18–20 °C nach.  

Was ist der Unterschied zwischen "normalen“ und "veredelten" Tomaten? Bei veredelten Tomatenpflanzen ist der Ertrag deutlich höher als bei Wildtomaten. Sie bleiben auch weitaus gesünder als manche Zuchtformen. Die "Edeltomatensorten" werden auf gesunde, robuste Wildtomaten als Unterlage veredelt.


Mehr Früchte trägt eine Tomatenpflanze, wenn Sie die Seitentriebe regelmäßig ausbrechen. Diese Arbeit bezeichnet man fachmännisch als Ausgeizen. 

 

Die Vielfalt der Tomatensorten

  • Topf-, Zier- und Buschtomaten: verzweigen sich selbst und brauchen nicht ausgegeizt werden.
  • Ampeltomaten: zeichnen sich durch einen hängenden Wuchs aus.
  • Runde Stabtomaten: Die Früchte sind mittelgroß, es gibt rote und gelbe Sorten.
  • Fleischtomaten: Die Früchte sind groß und plattrund.
  • Kirsch- oder Obsttomaten: Die Früchte sind klein und sehr aromatisch, es gibt rote und gelborange Sorten.
  • Cocktail-Traubentomaten: Die Früchte sind etwas größer als die vorherigen, sind fester und sehr gut im Geschmack.
  • Flaschentomaten: Die Früchte reifen spät, halten lange und haben ein festes Fruchtfleisch. Sie eignen sich zum Kochen, Grillen, für Suppen und Püree.
  • Birnen- und Perettitomaten: Die Früchte sind klein, fruchtig und birnenförmig, es gibt rote und gelbe Sorten.
  • Raritäten: Zu den besonderen Tomatensorten zählen z. B. die gestreiften Tomaten. Die Haut ist auffällig marmoriert und gestreift, das Fruchtfleisch schmeckt köstlich.