Kakteen und Sukkulenten: Stachelige Gesellen im Winter

Kakteen und Sukkulenten: Stachelige Gesellen im Winter

Gesunde – und vielleicht sogar blühende – Kakteen sind der Stolz jedes Hobbygärtners. Mit den folgenden Ratschlägen machen Sie Ihr grünes, buntes, stacheliges Wohnzimmer noch ein bisschen schöner.

Kennerfrage Topf

Über diese scheinbar banale Frage zerbrechen sich leider sehr wenige Pflanzenfreunde den Kopf. Tontöpfe verdunsten bei Sonneneinstrahlung Wasser und geben so Wärme ab. Dadurch können die Wurzelspitzen der Sukkulenten bösartige Verbrennungen erleiden. In weiterer Folge ist die Möglichkeit zur Wasseraufnahme eingeschränkt und der Pflanzentod vorprogrammiert.
Empfehlenswert sind einfache Plastiktöpfe, diese können in Übertöpfe nach Wahl gestellt werden. Für all jene, die sich von herkömmlichen Tontöpfen nicht trennen möchten, gibt es einen besonderen Tipp.

 

bellaflora Tipp: Im Sommer dürfen Ihre Kakteen ins Freie, wenn Sie Tontöpfe verwenden, so stellen Sie diese in ein feuchtes Kiesbeet oder graben Sie sie in feuchte, sandige Erde ein. Überhitzung und Wurzelverbrennungen werden so verhindert.

Düngung und Erde
Kakteen müssen sich in ihrer Heimat an besonders karge, nährstoffarme Böden anpassen. Die gut gedüngten Blumenerden sind daher für Kakteen gänzlich ungeeignet. Eine gängige Erdenmischung sieht für Kakteen eine gute Hälfte Lehm und zwei weitere Teile Sand und Torfersatzstoffe vor. Der Handel bietet bereits derartige, magere Kakteenerden an, sie sichern den Erfolg und ersparen viel Arbeit. Nachdem die Kakteen umgetopft wurden, sollte über das Substrat eine Schicht Kiesel ausgebracht werden, dieser hindert die Verdunstung, speichert Wärme und ganz nebenbei unterdrückt er den Unkrautwuchs. Besonders attraktiv ist bunter Dekorkies oder -sand.


Direkt nach dem Umtopfen können Sie auf zusätzliche Düngegaben verzichten, denn die Kakteen müssen sich noch vom „Wohnungswechsel“ regenerieren. Nach einigen Wochen freuen sich die Sukkulenten jedoch auf speziellen Kakteenflüssigdünger - die Nährstoffmischung ist auf die besonderen Bedürfnisse der Sukkulenten zugeschnitten.

Licht und Temperatur
Wie für alle Pflanzen ist auch für Kakteen Licht der lebensnotwendige Faktor. Der häufigste Fehler bei Sukkulenten ist, dass diese in die pralle Sonne gestellt werden. Der beliebte Ferocactus, ein Kugelkaktus, stammt aus den Halbwüsten, er liebt volle Sonne und verträgt diese ausgezeichnet. Im Gegensatz dazu verhält sich der Osterkaktus (Rhipsalidopsis). Der Osterkaktus liebt halbschattige bis schattige Standorte und würde unter keinen Umständen die pralle Sonne vertragen.
Für nahezu alle Kakteen kann jedoch gesagt werden, dass sie gerne Winterruhe halten. In dieser Zeit sollte die Temperatur 10-15°C nicht übersteigen, im Anschluss freuen sich die meisten stacheligen Freunde über Zimmertemperaturen. Bei Einhalten einiger Wochen Winterruhe und dem dazugehörigen Reduzieren der Wassergabe, ist die Chance auf reichen Blütenflor um vieles höher.

Kennerfrage Wasserversorgung
Für so manchen Pflanzenfreund mag das Gießen der Wüstenbewohner paradox klingen. Tatsächlich vertragen Kakteen auch lange Zeit trockene Perioden, in der Wachstumsperiode – etwa von März bis September – sind regelmäßige Wassergaben unerlässlich, in der Ruhephase kann sehr selten bis gar nicht gewässert werden. Genaue Gießhäufigkeiten können pauschal nicht gegeben werden, Wind trocknet das Substrat stark aus, trockene Heizungsluft verhält sich ebenso, Sand lässt das vorhandene Wasser schneller wegfließen. Unabhängig von den genannten Faktoren, kann gesagt werden, dass grundsätzlich vor jeder erneuten Wassergabe das Substrat austrocknen soll und für Wassergaben kalkarmes Regenwasser – oder überschüssiges abgekochtes Wasser (z.B. vom Kochen) – bevorzugt wird.

Gönnen Sie Ihren Kakteen den Luxus einer Winterruhe, verwenden Sie Kakteenerde und -dünger und freuen Sie sich über gesunde und vielleicht sogar blühende Kakteen in Ihrem grünen, bunten, stacheligen Wohnzimmer.

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