Einwinterungs-Tipps für Pflanzen

Wenn Kräuter, Stauden, Immergrüne und Kübelpflanzen richtig vorbereitet sind, dann können sie auch den bevorstehenden Kältemarathon überleben.


Nicht zu früh – und nicht zu spät. Das ist die Devise beim Einwintern der frosttoleranten Kübelpflanzen. Wenn die Temperaturen voraussichtlich konstant unter  +5°C bleiben, so ist der Zeitpunkt für die Einwinterung Ihrer Gartenpflanzen gekommen.

Bettina Bayer-Grilz, Pflanzenexpertin bei bellaflora, gibt praktische Tipps, welche Pflanzen in den Wintermonaten besondere Aufmerksamkeit benötigen.

So wintern Sie Ihre winterharten Pflanzen gut ein!

Folgende Utensilien sind empfehlenswert:

  • Topfunterlage: Holz oder Styroporplatten (verhindert Anfrieren des Topfes)

  • Winterschutzprodukte: Stroh, Holzwolle, Wintervlies, Kokosfasermatten, Jute, Luftpolsterfolie, Weidenmatten

  • Kleinere Kübelpflanzen lassen sich einfach und problemlos in einem Foliengewächshaus im Freien überwintern. 

Pflanzen, die in der Wintersonne stehen, sind besonders vor Kälteschäden gefährdet, speziell Bambus, Rosen, Kirschlorbeer und andere immergrüne Laub- und Nadelgehölze. Bei Immergrünen ist es meist ausreichend, den Topf und nicht die ganze Pflanze zu schützen.

Die Pflanzen vor den ersten Frösten einfach (nicht doppelt oder dreifach) mit Winterschutzprodukten, wie spezielle Vliese, einwickeln und mit Schnur oder Bast befestigen.

Einige Grundregeln sind zu beachten:

  • „Je tiefer das Pflanzgefäß, desto höher die Winterhärte der Pflanze.“ Nur so hat die Pflanze ausreichend Wasser für den Winter, gießen Sie Ihre Pflanzen vor dem Einwintern noch einmal kräftig, achten Sie jedoch darauf, dass einige Tage nach dem Gießen kein Frost auftreten darf.

  • An Föhntagen das Winterschutzvlies von der Pflanze entfernen, da es sonst zu einem Wärmestau und Trockenstellen an der Pflanze kommen kann.

  • Immergrüne Kübelpflanzen bis zum ersten Frost regelmäßig mit Herbstdünger düngen. Er ist reich an dem Nährstoff Kalium, der die Frosthärte und die Trockenheitsverträglichkeit steigert.


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Alle Pflanzen fit für den Winter machen

Pflanzen sind unterschiedlich kältetolerant und benötigen daher auch unterschiedliche Vorbereitung für den Winter.

Hier erfahren Sie, wie Sie Ihre grünen Lieblinge fit für die kalte Jahreszeit machen!

 

 

Hübsche Wintermäntel gegen frostige Temperaturen
Winterharte Pflanzen schmücken Kübel und Töpfe rund ums Jahr. Doch im Topf reagieren sie viel empfindlicher als ausgesetzt im Garten. Ihre Wurzeln sind wesentlich stärker dem Frost ausgesetzt und leiden unter heftigen Temperaturschwankungen.

Wer seinen Buchs, Kirschlorbeer oder Bambus nicht auspflanzt, kann die Kübel auch in einer windgeschützten Ecke zusammenstellen und mit Laub überschütten. Doch dürfen Buchs & Co auch weiter die Hauseingänge, Terrassen und Balkone schmücken, vorausgesetzt, Sie packen Ihre frostharten Töpfe – nicht die ganze Pflanze – warm ein. Stellen Sie die Gefäße auf Bretter oder Ziegelsteine (Terracottafüßchen), damit sie keinen Bodenkontakt haben.

Für Kübelpflanzen eignet sich auch eine „Topf in Topf-Lösung“. Der Pflanzkübel wird hierfür in einen größeren Kübel gestellt und der Spalt dazwischen mit Laub gefüllt. Oder umhüllen Sie die Gefäße mit einem weiten Maschendrahtmantel, den Sie ebenso mit trockenem Laub oder Stroh füttern. Dekorativer sind lockere Hüllen aus Sackleinen, Stroh-, Weiden-, Bambus- oder Bastmatten und Vlies. Stopfen Sie auch deren Zwischenräume mit Dämmmaterial aus. Besonders gut schützt ein „Unterhemd“ aus Luftpolsterfolie, die Sie um den Topf wickeln.


Nie mehr nasse Füße

Nicht die Kälte, sondern die Nässe macht vielen Pflanzen im Winter das Leben schwer. Vor allem Kräuter aus dem warmen Süden sind es gewohnt, trockenen Fußes durch die kalten Monate zu kommen. Im dauerhaft nassen, halbgefrorenen Boden faulen ihre Wurzeln und sterben ab. Auf Nummer sicher geht, wer Salbei, Thymian, Majoran, Estragon oder Currykraut in Töpfe setzt und zu den übrigen Kübelpflanzen ins frostfreie Winterquartier stellt.

Doch auch eine Art Regenschirm rettet Ihre Gewächse vor dem Ertrinken. Bauen Sie ein einfaches Bretterdach und decken dieses mit Noppenfolie ab. Wichtig dabei ist, dass die Luft zirkulieren kann. Auch Gräser faulen im Winter in regenreichen Gegenden: Binden Sie Pampasgras und Chinaschilf schopfartig zusammen. Rundherum hoch mit Laub angehäuft bleibt der Blattgrund trocken.

Zum Herbstbeginn sollte man sich Gedanken machen, wohin mit den nicht winterharten Kübelpflanzen? Bei den meisten Kübelpflanzen sollte das Winterquartier hell und kühl, bei ca. + 5 bis + 10°C, sein. Beim Einwintern die Pflanzen auf Schädlingsbefall kontrollieren und bei Bedarf die Schädlinge bekämpfen.

Nicht winterharte Knollengewächse wie Dahlien, Knollenbegonien oder Gladiolen aus der Erde nehmen und in trockenen, kühlen jedoch frostfreien Kellerräumen, überwintern.

Das Laub wintergrüner Laubgehölze und Nadelbäume verdunstet auch im Winter Wasser. Gefriert der Boden, können ihre Wurzeln nicht für Nachschub sorgen. Winde und pralle Spätwintersonne ziehen jeden einzelnen Tropfen Wasser aus den dünnen Zweigen und Blättern.

Solange der Boden offen ist, sollten Sie daher Ihre Pflanzen ausgiebig wässern. Packen Sie reichlich Laub und Rindenmulch unter die Gehölze.

Ab Ende Jänner decken Sie die Pflanzen nach Osten und Süden hin ab. Dafür eignen sich Vlies, Schilfmatten, Stroh oder Sackleinen.

bellaflora-Tipp: Kiefer, Glanzmispel, Wacholder, Stechpalme, und Duftblüte sind robuste, immergrüne Kübelpflanzen. In den Winterwochen lassen sie sich wunderbar mit Lichtergirlanden schmücken.

  • Im Gemüsegarten sollte der Feldsalat (Vogerlsalat) ab Oktober, je nach Witterungslage, mit einem Gartenvlies abgedeckt werden. So ist eine Ernte auch im Winter möglich.

  • Kohl, Sprossenkohl, Zuckerhut, Lauch und Spätkarotten sollten unbedingt während des Frosts noch im Garten bleiben, das Aroma und somit der Geschmack werden noch viel intensiver.

  • Wurzelgemüse wie Sellerie, rote Rüben (rote Ronen, rote Bete) oder Petersilienwurzeln so lange wie möglich im Boden belassen. Ausgereiftes Gemüse besitzt mehr Geschmack und wertvolle Vitamine. Temperaturen um den Gefrierpunkt gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit bieten die besten Lagerbedingungen.

  • Eingesäter Winterspinat mit Vlies abdecken, da dieser sonst häufig vertrocknet. So kann er im April bereits geerntet werden, da er im Winter unter dem Vlies wächst.

  • Der Kräutergarten sollte im Oktober größtenteils abgeerntet sein. Das Giessen einstellen, nicht winterharte Kräuter entfernen. Der allgemeine Rückschnitt hat Zeit – er kann auch erst im November erfolgen.

Herbstblühende Stauden können sich nicht geruhsam auf den Winter vorbereiten und werden manchmal vom Frost im wahrsten Sinne des Wortes kalt erwischt. 

Japananemone, HerbstchrysanthemeWinteraster oder Silberkerzen hüllen sich am liebsten in einen Mantel aus Laub. Schütten Sie dazu trockene, gerbstoffarme Blätter (z.B. von Buche und Ahorn) rundherum an die Horste.

Auch Stauden-Sonnenblumen, Pfahlrohr und grundsätzlich alle Neupflanzungen bevorzugen ein herbstliches Laubbett. Fichtenzweige verhindern, dass der Wind das Laub wegbläst.

Hauswurz, Fetthenne und andere Stauden, die beblättert in den Winter gehen, verstecken sich gerne unter Fichtenzweigen, die Sie locker über die Pflanze legen. Diese eignen sich besser als Tannenzweige, da die Fichtennadeln am Ende des Winters abfallen und sich dadurch die Pflanzen langsam an die Temperaturen gewöhnen und nicht zu früh austreiben.