Ganzjährige Vogelfütterung

Das Nahrungsangebot für Vögel hängt mit der Dichte und der Bepflanzung ihrer Lebensräume zusammen. Hier mischt der Mensch kräftig mit. In Ballungsräumen oder in Gebieten mit monokulturellen Agrarflächen reicht das Nahrungsangebot nicht aus. Im Frühling ziehen die Vögel außerdem ihre Jungen groß, ihr Nahrungsbedarf ist dabei höher.


Fachkreise debattieren, ob Singvögel nur im Winter oder ganzjährig gefüttert werden sollen. Es gibt Stimmen dafür und dagegen. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich in der Mitte:

Gründe für die ganzjährige Vogelfütterung:

  • Der Lebensraum der Vögel wird immer weiter eingeschränkt.
  • Gärten, Wiesen und Felder sind so geordnet, aufgeräumt und intensiv genutzt, dass zu wenige Futterpflanzen für die Vögel übrig bleiben.
  • In den Gärten werden immer mehr exotische Pflanzen angesetzt.
  • Giftige Spritzmittel gegen Schädlinge und Pflanzenkrankheiten werden nicht nur in der extensiven Landwirtschaft, sondern auch im privaten Garten verwendet.
  • Gesunde Mischwälder und natürliche Streuobstwiesen werden weniger.


Folgende Punkte sollten bei der Vogelfütterung beachtet werden:

  • Futterstellen laufend reinigen.
  • Das Vogelfutter vor Verunreinigungen schützen. Futtersäulen und Futterhäuser mit einem Silo in der Mitte sind besonders gut geeignet.
  • Es sollten verschiedene Futterstellen mit unterschiedlichem Futter, wie z.B. Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Fettfutter, Hirsekolben, Körnermischfutter, Meisenknödel, Rosinen und Äpfel, zur Verfügung gestellt werden.
  • Für frisches Trink- und Badewasser sorgen.


Ein reichhaltiges und an unterschiedlichen Plätzen stationiertes Futter sorgt dafür, dass viele Vogelarten von den Futterstellen profitieren.
Trotzdem wird nur ein Teil des kredenzten Vogelfutters aufgenommen. Den größten Teil der Zeit verbringen die Vögel damit natürliche Nahrung zu suchen. Sobald der Nahrungstisch in der Natur wieder üppiger gedeckt ist, reduziert sich die Futteraufnahme aus den Vogelhäusern erheblich.
Von der ganzjährigen Vogelfütterung profitieren besonders die Jungvögel sowie die zu frühen oder zu späten Zugvögel.

Jahrzehntelange Beobachtungen in England belegen, dass eine ganzjährige Fütterung der Vögel die Arterhaltung unterstützt und sich schwache Populationen wieder erholen und vergrößern.

Beobachtungen über 10 Jahre hinweg ergaben außerdem, dass sich die Vogelarten vervierfacht und die Vogelmenge verzehnfacht haben. Inzwischen kommen einige hundert Vögel, die die beobachteten Futterstellen rund ums Jahr nutzen und es werden ständig mehr.
Im Sommer kommen viele Meisen, die für biologischen Pflanzenschutz sorgen und begeistert Blattläuse von den Rosenblättern picken.
Durch das Aufgreifen der ganzjährigen Vogelfütterung hat sich auch die Anzahl der in unseren Breiten brütenden Vögel hat stark erhöht.