Pflanzliche Jauchen, Tees und Auszüge

Brennnessel, Kamille, Schafgarbe, Schachtelhalm, Thymian, Lavendel, Salbei, Beinwell, Wermut oder Rainfarn werden traditionell für verschiedene pflanzliche Zubereitungen im Garten verwendet. Je nach Pflanzenmaterial und gewünschter Anwendung lassen sich daraus beispielsweise Jauchen, Brühen, Tees oder Kaltwasserauszüge herstellen. Besonders bekannt ist die Brennnesseljauche, die traditionell als selbst hergestellter Flüssigdünger verwendet wird.
Wir zeigen dir, welche Utensilien du dafür brauchst, wie sich die verschiedenen Zubereitungsarten unterscheiden und worauf du beim Ansetzen achten solltest.
Was du zur Herstellung pflanzlicher Jauchen und Auszüge brauchst
Für selbst angesetzte Jauchen, Tees oder Kaltwasserauszüge brauchst du nur wenige Utensilien. Welche davon zum Einsatz kommen, hängt von der jeweiligen Zubereitungsart ab.
• geeignete Gefäße aus Holz, Kunststoff oder Glas
• Wasserkocher, Tauchsieder oder Teekocher für warme Zubereitungen
• Sieb oder Feinsieb zum Entfernen der Pflanzenreste
• Gießkanne oder – sofern die jeweilige Zubereitung dafür geeignet ist – ein passendes Sprühgerät für die Anwendung
Kräuterpower richtig angesetzt
Basics für Jauchen, Brühen & Co
Jauche, Brühe, Tee und Kaltwasserauszug unterscheiden sich vor allem in ihrer Herstellung. Je nach Zubereitungsart wird das Pflanzenmaterial vergoren, eingeweicht, erhitzt oder mit heißem Wasser übergossen. Deshalb unterscheiden sich auch Ansatzdauer, Verdünnung und Anwendung.
Grundregeln fürs Ansetzen:
• Als Grundmenge kannst du 100 g frisches Kraut oder Blüten beziehungsweise 20–30 g getrocknetes Pflanzenmaterial pro Liter Wasser verwenden.
• Jauchen beginnen nach 1–2 Tagen zu schäumen. Die Fermentation dauert im Sommer etwa 2–3 Wochen, bei kühleren Temperaturen entsprechend länger. Je nach Anwendung wird die fertige Jauche meist im Verhältnis 1:10 bis 1:20 verdünnt.
• Für Brühen wird das Pflanzenmaterial zunächst etwa 24 Stunden in Wasser eingeweicht und anschließend auf ca. 80 °C erhitzt. Je nach Anwendung wird die Brühe im Verhältnis 1:3 bis 1:5 verdünnt.• Tees werden ähnlich wie Kräutertee zubereitet: Das Pflanzenmaterial mit heißem Wasser übergießen, ziehen und abkühlen lassen, anschließend absieben. Je nach Zubereitung und Anwendung können sie unverdünnt verwendet werden.
• Für Kaltwasserauszüge wird das Pflanzenmaterial 24–48 Stunden in kaltem Wasser angesetzt und anschließend abgesiebt. Je nach Anwendung erfolgt eine Verdünnung von 1:1 bis 1:3.• Pflanzenextrakte werden konzentrierter hergestellt und unterscheiden sich je nach verwendetem Pflanzenmaterial in ihrer Zubereitung und Anwendung.
Gut zu wissen:
• Abgeseihte Jauchen können bei geeigneter Lagerung über einen längeren Zeitraum haltbar sein. Bewahre sie dafür kühl, schattig und frostfrei auf.
• Brühen, Tees und Kaltwasserauszüge solltest du innerhalb von 48 Stunden verwenden, da anschließend Gärungsprozesse einsetzen können.
Pflanzliche Zubereitungen im Garten
Traditionelle Anwendungen bei verschiedenen Gartenproblemen
Pflanzliche Jauchen, Tees und Auszüge werden traditionell auch bei verschiedenen Problemen an Gartenpflanzen eingesetzt. Welche Zubereitung infrage kommt, hängt dabei von der jeweiligen Pflanze, dem Befall und der Anwendung ab. Bei stärkerem oder anhaltendem Befall können weitere Pflanzenschutzmaßnahmen notwendig sein.
Wollläuse im Anmarsch?
Bei einem beginnenden Befall werden traditionell unter anderem Wermut- oder Brennnesseltee eingesetzt. Kontrolliere betroffene Pflanzen regelmäßig und entferne sichtbare Wollläuse nach Möglichkeit frühzeitig. Bei stärkerem Befall kann der Einsatz eines dafür zugelassenen Pflanzenschutzmittels erforderlich sein.
Diese Pflanzenschutzmittel findest du bei uns:
Rosen und Rüsselkäfer
Rainfarn wird traditionell auch im Zusammenhang mit Rüsselkäfern verwendet. Ein daraus hergestellter Sud gehört dabei zu den überlieferten pflanzlichen Zubereitungen für den Garten.
Kräuter bei Blattpilzen und Krautfäule

Auch Schachtelhalm und Schafgarbe werden traditionell in pflanzlichen Zubereitungen für den Garten verwendet. Salbeitee findet ebenfalls Anwendung in der traditionellen Gartenpraxis, unter anderem bei Tomaten und Kartoffeln.
Bei Anzeichen von Pilzkrankheiten solltest du betroffene Pflanzen regelmäßig kontrollieren und stark befallene Pflanzenteile gegebenenfalls entfernen. Je nach Befall können zusätzliche Maßnahmen notwendig sein.
