Sommeraroma für später bewahren

Wenn der Sommer seinen Höhepunkt erreicht, wachsen viele Kräuter besonders üppig. Ob Basilikum auf der Fensterbank, Rosmarin auf der Terrasse oder Thymian im Garten – jetzt ist der ideale Zeitpunkt, ihre frischen Aromen einzufangen. Mit der richtigen Ernte und einer schonenden Trocknung kannst du den Duft und Geschmack deiner Lieblingskräuter noch lange genießen – beim Kochen, für aromatische Tees oder sogar zum Räuchern. Wir zeigen dir, worauf es beim Ernten, Trocknen und Aufbewahren ankommt und wie du deine Kräuterschätze ganz einfach haltbar machst.

Kräuter richtig ernten

Kräuterbeet - Kräuter ernten

Damit deine Kräuter ihr volles Aroma entfalten und auch nach der Ernte kräftig weiterwachsen, kommt es auf den richtigen Zeitpunkt und den passenden Schnitt an. Mit wenigen Handgriffen legst du den Grundstein dafür, dass du möglichst lange Freude an deinem Kräutergarten hast.

Wann ist der beste Erntezeitpunkt?

Für ein besonders intensives Aroma erntest du deine Kräuter am besten am Morgen oder Vormittag. Wichtig ist, dass der Tau bereits abgetrocknet ist und die Pflanzen noch nicht der Mittagshitze ausgesetzt waren. Zu diesem Zeitpunkt ist der Gehalt an ätherischen Ölen besonders hoch.

Auch der Entwicklungsstand der Pflanze spielt eine Rolle. Blattkräuter wie Basilikum, Salbei, Zitronenmelisse oder Majoran erntest du idealerweise vor der Blüte. Bei Lavendel, Oregano, Thymian oder Bohnenkraut lohnt es sich hingegen, die ersten Blüten abzuwarten – dann entfalten sie ihr charakteristisches Aroma besonders intensiv.

So schneidest du Kräuter richtig ab

Verwende zum Ernten ein scharfes Messer oder eine Gartenschere, damit die Triebe sauber geschnitten und die Pflanzen nicht verletzt werden. Schneide die Triebspitzen immer oberhalb eines Blattpaares ab. Dadurch regst du die Pflanze dazu an, neue Triebe zu bilden und kannst sie oft mehrmals im Jahr beernten.


Achte außerdem darauf, nicht zu viel auf einmal zu entfernen. Etwa die Hälfte der Blätter sollte an der Pflanze verbleiben, damit sie sich gut regenerieren kann. Bei niedrig wachsenden Kräutern kannst du die Triebe einige Zentimeter über dem Boden abschneiden. Verholzte Kräuter wie Rosmarin, Salbei oder Thymian schneidest du hingegen nur im jungen, grünen Bereich zurück.

💡 bellaTipp: Ernte bei Basilikum nicht einzelne Blätter, sondern schneide ganze Triebe oberhalb eines Blattpaares ab. So verzweigt sich die Pflanze besser und bildet immer wieder neue, aromatische Blätter.

Kräuter für das Trocknen vorbereiten

Getrocknete Kräuter

Bevor deine Kräuter trocknen dürfen, solltest du sie kurz kontrollieren und vorbereiten. Entferne verwelkte oder beschädigte Blätter und schüttle die Triebe kräftig aus. So lassen sich kleine Insekten und lose Verschmutzungen meist ganz einfach entfernen. Ein Waschen ist bei sauberen Kräutern aus dem eigenen Garten meist nicht notwendig. Sind die Blätter sichtbar verschmutzt, kannst du sie kurz unter fließendem Wasser abspülen. Trockne sie anschließend sorgfältig, zum Beispiel mit einer Salatschleuder und einem sauberen Küchentuch. Je weniger Feuchtigkeit an den Kräutern zurückbleibt, desto geringer ist das Risiko, dass sich beim Trocknen Schimmel bildet.

Kräuter schonend trocknen

Je schonender deine Kräuter trocknen, desto besser bleiben ihr Duft, ihr Geschmack und ihre natürliche Farbe erhalten. Je nachdem, wie viel Zeit und Platz dir zur Verfügung stehen, kannst du sie klassisch an der Luft oder etwas schneller im Backofen trocknen.

Lufttrocknung

  • Binde die Kräuter zu kleinen, lockeren Bündeln zusammen und hänge sie kopfüber auf.
  • Wähle einen trockenen, luftigen und schattigen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung.
  • Je nach Kräutersorte, Bündelgröße und Luftfeuchtigkeit dauert das Trocknen mehrere Tage.
  • Die Kräuter sind vollständig trocken, wenn die Blätter rascheln und sich dünne Stängel leicht brechen lassen.

Trocknung im Backofen

  • Verteile die Kräuter locker und möglichst in einer dünnen Schicht auf einem Backblech.
  • Trockne sie bei maximal 40 °C, idealerweise mit Umluft.
  • Lass die Backofentür einen Spalt geöffnet, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
  • Kontrolliere die Kräuter regelmäßig. Je nach Sorte sind sie nach etwa drei bis vier Stunden trocken.

Getrocknete Kräuter richtig aufbewahren

Kräuter in Glasgefäß

Damit deine getrockneten Kräuter möglichst lange aromatisch bleiben, solltest du sie erst abfüllen, wenn sie vollständig trocken und ausgekühlt sind. Streife die Blätter vorsichtig von den Stielen und bewahre sie möglichst im Ganzen auf. So bleiben Duft und Geschmack länger erhalten als bei bereits fein zerkleinerten Kräutern.

Für die Lagerung eignen sich gut verschließbare Gläser oder luftdichte Blechdosen. Stelle die Behälter an einen trockenen, dunklen und möglichst kühlen Ort, damit Licht und Feuchtigkeit die Qualität der Kräuter nicht beeinträchtigen. Eine Beschriftung mit Kräutername und Erntedatum hilft dir außerdem dabei, den Überblick über deine Vorräte zu behalten.

💡 bellaTipp: Zerreibe die getrockneten Blätter erst kurz vor der Verwendung zwischen den Fingern. So entfalten sie ihr Aroma besonders intensiv.

Getrocknete Kräuter zum Räuchern verwenden

Getrocknete Kräuter sorgen nicht nur in der Küche für Genuss, sondern können auch beim Räuchern ihre natürlichen Düfte entfalten. Ob für entspannte Wohlfühlmomente, eine besondere Atmosphäre oder einfach wegen ihres angenehmen Aromas – mit den passenden Kräutern holst du dir ein Stück Natur ins Zuhause.


Drei Möglichkeiten zum Räuchern

Räucherschale

Das Räucherwerk wird auf glühender Räucherkohle verräuchert. Diese Variante sorgt für ein besonders intensives Dufterlebnis und eignet sich ideal für traditionelle Räucherrituale.

Stövchen

Bei einem Räucherstövchen werden die Kräuter durch die Wärme eines Teelichts langsam erwärmt. So entfalten sich ihre Aromen besonders sanft und nahezu rauchfrei.

Räucherbündel

Mehrere getrocknete Kräuter werden zu einem Bündel gebunden, kurz angezündet und anschließend sanft zum Glimmen gebracht. Dabei verbreitet sich ihr charakteristischer Duft im Raum.

❗Verwende beim Räuchern immer eine feuerfeste Unterlage, lass glimmende Kräuter und Räucherkohle nie unbeaufsichtigt und lüfte den Raum anschließend gut. Achte außerdem darauf, dass Kinder und Haustiere nicht mit dem heißen Räucherzubehör in Berührung kommen.

Diese Kräuter eignen sich besonders gut zum Räuchern

Viele Gartenkräuter entfalten beim Räuchern ihren ganz eigenen Duft. Schon seit Jahrhunderten werden sie wegen ihrer besonderen Aromen und ihrer traditionellen Bedeutung geschätzt.


  • Salbei: Wird traditionell mit Klarheit, Kraft und einem reinigenden Duft verbunden.
  • Beifuß: Gilt seit jeher als klassisches Schutz- und Reinigungskraut.
  • Lavendel: Verströmt einen angenehm blumigen Duft und wird traditionell mit Ruhe und Harmonie verbunden.
  • Thymian: Sein würzig-frischer Duft sorgt für eine klare und belebende Atmosphäre.
  • Rosmarin: Wird traditionell mit Frische, Wachheit und neuer Energie in Verbindung gebracht.

💡 bellaTipp: Räucherbündel aus Lavendel und Salbei verströmen nicht nur einen angenehmen Duft. Auf Balkon und Terrasse kann ihr intensives Aroma außerdem dazu beitragen, Stechmücken und Wespen auf Abstand zu halten.