Kleine Signale, große Hilfe
Im Sommer summt, krabbelt und flattert es überall. Das gehört zur Natur – und macht auch vor deinen Pflanzen nicht halt. Deshalb lohnt es sich, sie regelmäßig genau anzusehen. Schon kleine Veränderungen können darauf hinweisen, dass deine Pflanzen Unterstützung brauchen.
Vorbeugen ist der beste Pflanzenschutz
Viele Schädlinge und Krankheiten lassen sich bereits vermeiden, bevor sie überhaupt zum Problem werden. Gesunde, kräftige Pflanzen sind widerstandsfähiger gegenüber Hitze, Trockenheit und Schädlingen. Mit ein paar einfachen Maßnahmen schaffst du die besten Voraussetzungen für gesundes Wachstum.
Der richtige Standort und eine gute Pflege
Wähle für deine Pflanzen einen Standort, an dem sie sich wohlfühlen. Licht, Boden und Feuchtigkeit sollten zu den jeweiligen Pflanzenarten passen. Bei Kübel- und Balkonpflanzen verhindert eine gute Drainage Staunässe. Gieße bedarfsgerecht, denn sowohl Trockenheit als auch Staunässe schwächen Pflanzen. Ein Feuchtigkeitsmesser hilft dir dabei, den Wasserbedarf deiner Pflanzen besser einzuschätzen und Über- oder Unterversorgung zu vermeiden.
Lockere den Boden regelmäßig auf, damit Wasser, Luft und Nährstoffe besser zu den Wurzeln gelangen. Organische Dünger stärken die Pflanzen und machen sie widerstandsfähiger gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Achte dabei auf die richtige Dosierung, denn eine Überversorgung – insbesondere mit Stickstoff – kann das Pflanzengewebe weicher machen und beispielsweise Blattläuse begünstigen.
Auch natürliche Pflanzenstärkungsmittel wie Schachtelhalm- oder Brennnesselextrakte können die Widerstandskraft deiner Pflanzen unterstützen und sie fit für die Gartensaison machen.
Gesunde Pflanzen im natürlichen Gleichgewicht
Ein naturnaher Garten fördert gesunde und widerstandsfähige Pflanzen. Wähle möglichst robuste und standortgerechte Sorten, denn sie sind von Natur aus widerstandsfähiger. Auch durchdachte Mischkulturen und regelmäßige Fruchtfolgen im Gemüsebeet fördern die Bodengesundheit, beugen Schädlingen vor und können sogar den Ertrag verbessern.
Besonders wertvoll sind Nützlinge wie Marienkäfer, Ohrwürmer oder Raubmilben. Sie ernähren sich von Blattläusen, Spinnmilben und anderen Schädlingen und unterstützen dich so bei der natürlichen Schädlingsbekämpfung. Mit Blühpflanzen, Wildkräutern, Insektenhotels, kleinen Wasserstellen oder Laubhaufen schaffst du ideale Lebensräume für diese wichtigen Gartenhelfer und hältst Schädlinge auf natürliche Weise in Schach.
💡 bellaTipp: Gegen viele Schädlinge helfen natürliche Gegenspieler wie Raubmilben oder Nematoden. Mit den Nützlingsgutscheinen von bellaflora kannst du passende Nützlinge ganz einfach bestellen und gezielt einsetzen.
Pflanzen regelmäßig kontrollieren
Nimm dir beim Gießen einen Moment Zeit, deine Pflanzen genauer anzusehen. Gelbe Blätter, kleine Flecken, eingerollte Triebe oder erste Fraßspuren sind oft die ersten Anzeichen für einen Schädlingsbefall oder eine Erkrankung. Je früher du Veränderungen entdeckst, desto einfacher lassen sie sich natürlich beheben.
Gelb- und Blautafeln eignen sich hervorragend zur Kontrolle von fliegenden Schädlingen. So erkennst du frühzeitig, ob und welche Schädlinge sich auf deinen Pflanzen befinden, und kannst gezielt handeln.
💡 bellaTipp: Schneide Stauden erst im Frühjahr zurück. Verblühte Stängel und Samenstände dienen vielen Nützlingen im Winter als geschütztes Überwinterungsquartier.
Schädlinge erkennen – natürlich handeln
Je früher du einen Schädlingsbefall erkennst, desto einfacher lässt er sich eindämmen. Die folgende Übersicht zeigt dir die häufigsten Schädlinge und welche natürlichen Maßnahmen helfen können.
Blattläuse
Woran erkennst du sie?
Blattläuse sitzen meist an jungen Trieben oder auf der Blattunterseite. Die Blätter rollen sich ein oder verformen sich, häufig entsteht zusätzlich klebriger Honigtau.
Natürliche Maßnahmen
Bei leichtem Befall genügt oft schon ein kräftiger Wasserstrahl oder lauwarmes Wasser mit etwas Neutralseife. Bei stärkerem Befall können selbst angesetzte Brennnesselauszüge oder Orangenöl eine wirksame und natürliche Alternative zu chemischen Pflanzenschutzmitteln sein.
Spinnmilben
Woran erkennst du sie?
Feine Gespinste zwischen Blättern und Trieben sowie helle Sprenkel auf den Blättern sind typische Anzeichen. Spinnmilben treten besonders in Gewächshäusern oder auf sonnigen Balkonen bei trockener und warmer Witterung auf.
Natürliche Maßnahmen
Erhöhe die Luftfeuchtigkeit durch regelmäßiges Gießen oder Besprühen und halte den Boden mit einer Mulchschicht länger feucht. Bei stärkerem Befall können Mittel auf Basis von Paraffin- oder Neemöl unterstützen.
Schnecken
Woran erkennst du sie?
Fraßlöcher, Schleimspuren und junge Pflanzen, die über Nacht stark beschädigt wurden, sind typische Hinweise auf Schnecken.
Natürliche Maßnahmen
Kontrolliere deine Beete regelmäßig und sammle Schnecken frühzeitig ab. Schneckenfallen erleichtern das gezielte Absammeln – oft genügt bereits ein Brett mit Kartoffelscheiben oder Katzenfutter als Unterschlupf. Wichtig ist, die Fallen regelmäßig zu kontrollieren und frühzeitig einzusetzen. Schneckenzäune, Schneckenbarrieren oder Nematoden können den Befall zusätzlich auf natürliche Weise eindämmen.
Trauermücken
Woran erkennst du sie?
Kleine schwarze Fliegen schwirren über der Blumenerde. Ihre Larven leben im feuchten Substrat und können besonders die Wurzeln junger Pflanzen schädigen.
Natürliche Maßnahmen
Gieße nur so viel wie nötig und vermeide dauerhaft feuchte Erde. Gelbtafeln helfen bei der Kontrolle. Bei stärkerem Befall empfiehlt es sich, die obersten fünf Zentimeter der Erde auszutauschen und die Oberfläche mit Sand oder mineralischem Pflanzgranulat abzudecken. Spezielle biologische Gießmittel können die Bekämpfung zusätzlich unterstützen.
Erdflöhe
Woran erkennst du sie?
Kleine, runde Fraßlöcher in den Blättern von Radieschen, Rucola oder anderen Kohlgewächsen sind typische Hinweise auf Erdflöhe.
Natürliche Maßnahmen
Halte den Boden gleichmäßig feucht und lockere ihn regelmäßig auf. Natürliche Pflanzenstärkungsmittel oder Rainfarntee können zusätzlich helfen, die Käfer fernzuhalten.
Raupen des Kohlweißling
Woran erkennst du ihn?
Die Raupen des Kohlweißlings verursachen innerhalb kurzer Zeit deutliche Fraßschäden an Kohlpflanzen wie Brokkoli, Karfiol oder Kohlrabi.
Natürliche Maßnahmen
Fördere Vögel als natürliche Gegenspieler und kontrolliere deine Kohlpflanzen regelmäßig. Eine Brühe aus Tomatengeiztrieben kann im frühen Raupenstadium vorbeugend eingesetzt werden. Ein stabiles, feinmaschiges Schädlingsschutznetz schützt zusätzlich vor der Eiablage.
